Das war der Klimagipfel 2009
Dez 21st, 2009 | By st | Category: Politik & RechtUnter der Verantwortung der dänischen Gastgeber wurde anderthalb Wochen um ein Klimaabkommen gerungen, welches sowohl die Industriestaaten als auch die Entwicklungs- und Schwellenländer zufriedenstellen sollte. Doch dann gaben die Dänen auf – zu groß waren die Unterschiede in den Forderungen der einzelnen Staaten. “Wir geben die Verantwortung für die Verhandlungen an die beteiligten Staaten zurück.” ließ der dänische Regierungschef Rasmussen am Donnerstag verlauten.
Die Vertreter der in der Gruppe G77 zusammengeschlossenen Entwicklungs- und Schwellenländer äußerten sich verbittert über den Verlauf der Verhandlungen. Besonders kleine Inselstaaten in der Südsee sind von der Erderwärmung und dem dadurch ansteigenden Meeresspiegel direkt betroffen, einige drohen in absehbarer Zeit von der Landkarte zu verschwinden. Nur zu verständlich daher die Forderung dieser Staaten, die Erderwärmung nicht auf zwei Grad, sondern auf nur 1,5 Grad im Vergleich mit der vorindustriellen Zeit festzuschreiben.
Gehör fand diese Forderung jedoch nicht. Stattdessen warf Australiens Regierungschef Rudd dieser Gruppe “Blockade um der Blockade willen” vor. Wichtige Länder wie China, Indien, Südafrika und Brasilien erschienen danach nicht einmal mehr zu den von der schwedischen EU-Ratspräsidentschaft arrangierten Vermittlungsgesprächen.
Am vorletzten Tag des Klimagipfels nahmen dann mehr als 100 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt die Angelegenheiten in Kopenhagen selbst in die Hand, um ein drohendes Scheitern des Gipfels abzuwenden. Doch auch diese konnten sich letztlich nicht auf konkrete Ziele für die Senkung des Treibhausgasausstoßes oder auf konkrete Hilfsangebote für die Entwicklungsländer einigen. So blieb am Ende ein Kompromissplan der 30 führenden Staaten, der einzig und allein die Zwei-Grad-Marke als Ziel festschreibt. Ohne verbindliche Festlegungen, wie dies realisiert werden soll, wird diese Marke jedoch kaum zu halten sein.
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