Die PKW-Maut – ein Überblick

Nov 16th, 2009 | By db | Category: Auto & Verkehr
Beim niederländischen PKW-Maut-Model sind vor allem Pendler mit Kleinwagen die großen verlierer. (C) by Marco Barnebeck Telemarco/ Pixelio

Beim niederländischen PKW-Maut-Model sind vor allem Pendler mit Kleinwagen die großen Verlierer.© by Marco Barnebeck Telemarco/ Pixelio

Mit großer Wahrscheinlichkeit haben die meisten Autofahrer die Nachricht gehört, dass die Niederlande die Einführung einer kilometerabhängigen PKW-Maut beschlossen haben.
Von dieser Maut erhofft sich die niederländische Regierung die Verringerung der Umweltbelastung durch den CO2-Ausstoß und weniger Staus auf den Autobahnen.
Auch in Deutschland wird schon einige Zeit über die Einführung einer PKW-Maut diskutiert. Die Einführung einer Maut in den Niederlanden kann also gut als Nachahmungsbeispiel von der deutschen Regierung aufgefasst werden.

Wie funktioniert die PKW-Maut in den Niederlanden denn nun konkret?
Jedes Fahrzeug soll mit einem GPS-Empfänger ausgerüstet werden, der die gefahrenen Kilometer erfasst. Pro Kilometer sollen etwa 3 Cent entrichtet werden. Als Gegenleistung wird es in den Niederlanden ab 2012 keine KFZ-Steuer mehr geben und beim Neuwagenkauf werden 25% der Steuern erlassen.
So weit so gut. Für Wenigfahrer hört sich die Einführung der PKW-Maut auf den ersten Blick durchaus interessant an und könnte unter Umständen sogar Vorteile bringen.
Es gibt aber einige Aspekte, die genauer betrachtet werden sollten.

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Als erstes muss jedes Auto mit einem GPS-Empfänger ausgerüstet werden. In den Niederlanden geschieht dies noch kostenlos. Ob das auch weiterhin der Fall sein wird, ist fraglich.
Zweitens muss man als Denkanstoß eine kleine Rechnung aufstellen. Derzeit bezahlt der Besitzer eines neuen Kleinwagens mit einem geringen CO2-Ausstoß von beispielsweise 109 g/km ca. 142€ KFZ-Steuer im Jahr. Nimmt man das niederländische Modell als Grundlage und rechnet mit einem Maut-Betrag von 3 Cent pro Kilometer, würde sich bereits bei einer Jahresfahrleistung von 10000km eine Gebühr von 300€ ergeben, die zu entrichten wäre. Eine Verdopplung zum jetzigen Betrag. Die teilweise Erlassung der Steuer beim Neuwagenkauf lassen wir hier mal ohne Beachtung.

Man sieht, dass vor allem Vielfahrer durch die PKW-Maut verstärkt zur Kasse gebeten werden. Menschen, deren Verdienste eh schon gering sind und die zudem noch einen weiten Arbeitsweg haben, werden selbst für ein sparsames Fahrzeug mit geringem CO2-Ausstoß sehr viel mehr bezahlen müssen.
Somit ist offensichtlich, dass die PKW-Maut in ihrer niederländischen Form eher einem Sportwagenfahrer mit geringer Jahresfahrleistung zugute kommt, als einem Pendler mit einem wirtschaftlichen und umweltverträglichen Fahrzeug.

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