Das Unwort des Jahres 2011

Jan 17th, 2012 | By Schreiberling | Category: Forschung & Wissenschaft

Der in den Medien geprägte Begriff der “Döner Morde” wurde zum Unwort des Jahres 2011 gewählt. Das sehr stark verharmlosende Schlagwort, das mittlerweile auch in der breiten Bevölkerung einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht hat, wurde angesichts einer Mordserie an acht aus der Türkei stammenden und einem aus Griechenland stammenden und vorwiegend in der Gastronomie tätigen Unternehmern geprägt.

Eine Jury aus Sprachwissenschaftlern, Soziologen und anderen Fachleuten wählt das Unwort des Jahres jeweils aus den erhaltenen Vorschlägen und Einsendungen. Die Entscheidung für den Begriff “Döner Morde” erfolgte unter anderem auch aufgrund der sehr hohen Zahl an Einsendungen. Die Gesellschaft für die Deutsche Sprache gibt die Entscheidungen bekannt und führt auch ein Archiv mit den seit 19 Jahren gewählten Begriffen und den zu der Wahl gehörigen Hintergründen. Auf diese Weise entsteht ein Stück eingenständige Sprach- und Kulturgeschichte.

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Unwort des Jahres
Mehr Informationen zu allen Unwörtern der vergangenen Jahre findet man auf der offiziellen Homepage.

Die Wortkreation selbst wirkt auf viele Menschen negativ, da ein ganzer Kulturzweig dabei sprachlich auf ein bekanntes Nahrungsmittel – und damit auf ein einzelnes Element seiner Kultur – reduziert wird. Diese Gleichsetzung ist vor allem in dem absolut ernsten und schwierigen Gesamtkontext geradezu anstößig und politisch nicht korrekt. Viele Menschen türkischer und griechischer Herkunft fühlten sich zurecht durch die Verbreitung des Begriffes ausgegrenzt und diffamiert. Mit der Wahl zum Unwort des Jahres wird ein ganz klares Signal für die Integration und die Rechte von Menschen mit Migrationshintergrund und für die Akzeptanz fremder Kulturen in Deutschland gesetzt.

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